Der "Psychische Ersthelfer" oder auch "Psychologische Erstbetreuer" ist in Betrieben bzw. Teams und Gruppen erster Ansprechpartner, wenn Menschen aus ihrem mentalen Gleichgewicht bzw. in psychische Ausnahmezustände geraten oder sogar traumatische Erlebnisse hatten.
Auslöser können sowohl Krisen im beruflichen Kontext wie beispielsweise eine chronische Überforderung, Mobbing, eine Eskalation bei Konflikten oder auch eine Akutreaktion auf ein unerwartetes Ereignis wie eine Kündigung, ein Unfall oder sogar ein Überfall, aber auch private Krisen oder Konflikte wie z.B. finanzielle Sorgen, eine Trennung oder erkrankte Familienmitglieder sein.
Die Ausbildung zum "Psychischen Ersthelfer am Arbeitsplatz" bieten wir aktuell in zwei Varianten an,
beide Veranstaltungen können online, in Präsenz oder als Blended-Learning durchgeführt werden:
1. Zweitages-Ausbildung (16 UE à 45 Minuten)
Inhalte in Anlehnung an die Vorgaben der Deutschen gesetzlichen Unfall-Versicherung:
"Standards in der betrieblichen psychologischen Erstbetreuung (bpE) bei traumatischen Ereignissen"
(DGUV-Information 206 -023) sowie die "Standards im Umgang mit traumatischen Ereignissen im Betrieb (DGUV-Information 206-117, veröffentlicht im März 2025).
2. Individuelle Ausbildung mit branchenspezifischen Inhalten (1 - 2 Tage)
In dieser Variante können alle Inhalte individuell auf Ihre Anforderungen angepasst werden.
Der theoretische Einführungs-Vortrag kann optional vorab zu einem separaten Termin (nur online) durchgeführt werden.
Nach Abschuss erhalten alle Teilnehmer:innen ein Fortbildungs-Zertfikat.
Wenn sich jemand körperlich verletzt, ist jedem klar, dass sofort gehandelt werden muss und meist weiß man auch was als nächstes zu tun ist.
Bei psychischen "Verletzungen" sieht es meist anders aus – Kolleg:innen oder Freund:innen schauen weg, blicken herablassend oder es fallen Bemerkungen wie "Das wird schon wieder" oder sogar "Stell dich nicht so an".
Dabei können psychische Störungen den beruflichen und privaten Alltag ebenso stark einschränken wir körperliche Störungen, daher ist es hier ebenso wichtig frühzeitig zu (be-) handeln.
"Psychische Ersthelfer" haben eine wichtige Aufgabe im Unternehmen – sie können entweder von Betroffenen aktiv als zentraler Ansprechpartner z.B. im Rahmen des betrieblichen Gesundheits-Managements oder auch bei einem konkreten Anlass als Ersthelfer kontaktiert werden.
Auch Führungskräfte können hier ihr Wissen erweitern und in ihren Gruppen und Teams ein besonderes Auge auf verändertes Verhalten ihrer Mitarbeiter:innen bzw. Kolleg:innen halten.
In unseren Seminaren lernen Sie die Grundlagen über psychische Störungen mit ihren Symptomen sowie Angebote zum Umgang mit belasteten Mitarbeiter:innen kennen. Auch für weitere Behandlungsmöglichkeiten und Notfälle erhalten Sie Hinweise für die weitere Vorgehensweise.
Seit 2013 ist eine sog. "Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz" (kurz PsychGB) gesetzlich vorgeschrieben, in der potentielle traumatische Ereignisse ermittelt und ergänzend ein Betreuungkonzept und ein Notfallplan entwickelt werden.
Unter diesen Voraussetzungen ist nach individuellen Beratung eine Bezuschussung der Ausbildung durch den Unfallversicherer möglich
Arbeitgeber sind jedoch bis zum aktuellen Zeitpunkt (noch) nicht verpflichtet, einen sog. "Psychologischen Ersthelfer" ausbilden zu lassen und zu benennen.
In vielen Fällen ist eine psychische Erstbetreuung jedoch hilfreich, um belastete Menschen zeitnah und vor Ort zu unterstützen – denn je eher Sie handeln, desto höher die Chancen auf einen gesunden Umgang mit den aktuellen Belastungen und je höher die Wahrscheinlichkeit, dass sich Betroffene im Anschluss professionelle Hilfe suchen.
Folgende Inhalte werden in der Ausbildung theoretisch vermittelt und praktisch in Kleingruppen geübt:
In dieser Ausbildung zum "Psychischen Ersthelfer für Arbeitgeber" lernen Sie die wichtigsten Grundlagen über die Entstehung, den Verlauf und die wichtigsten Symptome der häufigsten psychischen Störungen sowie mögliche Erste-Hilfe- und weitere Behandlungsmethoden kennen.
Diese Ausbildungsvariante richtet sich an Unternehmen bzw. Arbeitgeber und Branchen, bei denen traumatische Ereignisse weniger wahrscheinlich sind, psychische Belastungen jedoch durch anderweitige Herausforderungen wie z.B. in Tier-/Arztpraxen, in der Pflege oder im Beschwerdemanagement erhöht sind.
Auch im täglichen Büroalltag können überdurchschnittliche Belastungen wie ein zu hoher Workload, zu enge Termine, Home-Office oder auch Mobbing dauerhaft zu psychischen Störungen wie Burnout, Angststörungen oder auch Phobien führen - Herausforderungen ist hier die frühzeitige Erkennung und das Angebot von Handlungsempfehlungen durch die Personal-Abteilung /HR, den Betriebsarzt, den Betriebsrat oder auch die entsprechende Führungskraft.
Die Inhalte können hier auf Ihre individuellen Rahmenbedingungen angepasst werden.
Ihr Ausbilder Dr. med. Andreas Pullig ist niedergelassener Facharzt für Allgemeinmedizin in eigener Gemeinschaftspraxis und ist zudem examinierter Gesundheitspfleger.
In den vielen Jahren seiner Berufserfahrung sind ihm schon häufig Menschen in Ausnahmezuständen begegnet, so dass er diese Erfahrungen gepaart mit seinem medizinischen Fachwissen und seinem äußerst emphatischen Umgang mit Menschen gerne weitergeben möchte.
Ihre Ausbilderin Bettina Tittel – Gründerin und Leiterin der Akademie für mentale Gesundheit – beschäftigt sich seit über 10 Jahren schwerpunktmäßig mit Themen rund um die mentale Gesundheit wie z.B. Stress-Management und Burnout-Prävention und hat mit der Ausbildung zum "Heilpraktiker für Psychotherapie" durch das Gesundheitsamt eine offizielle Heilerlaubnis.
Sie verfügt über viele Jahre praktische Erfahrung im Umgang mit psychisch belasteten Menschen im Kontext der eigenen Privatpraxis für Psychotherapie sowie die praktische Mitarbeit in Maßnahmen wie der "ABP – Ambulante psychische Betreuung" (i.d.R. im Anschluss an einen Klinikaufenthalt) oder Maßnahmen im Rahmen des Jobcenters oder der Agentur für Arbeit.
In diesem Kontext hat sie die meisten Störungsbilder wie Angststörungen, Zwangsstörungen, Suchterkrankungen oder auch Burnout und Depressionen live kennengelernt.
Die Ausbildung zum "Betrieblichen Psychischen Ersthelfer" kann sinnvoll mit der 4-tägigen Online-Ausbildung zum "Mental Health Supporter" ergänzt werden,
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